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» Riester-Rente: Die private Altersvorsorge wird zunehmend beliebter
23.05.2006
 
Das freiwillige Riester-Sparen gibt es schon seit 2002, doch erst greifen deutsche Arbeitnehmer zu. Im vergangenen Jahr wurden 1,5 Millionen neue Verträge abgeschlossen und in den ersten drei Monaten 2006 waren es weitere 570.000. Der Löwenanteil fällt weiterhin auf Rentenversicherungen, aber die Fondssparpläne holen auf.

Ein Grund für den Zulauf: Steuervorteile und Zulagen bringen Riester-Produkten Renditen, die vergleichbare konservative Anlagen nach Steuern kaum erreichen. Das angesparte Vermögen setzt sich aus Eigenbeiträgen und Zulagen zusammen, die vom Familienstand und der Kinderanzahl abhängig sind. Darüber hinaus können sich die Beiträge auch noch als Sonderausgaben auswirken, das Sparguthaben wird nicht auf das Vermögen für das Arbeitslosengeld II angerechnet.

Zulage und Steuerförderung gibt es für Arbeitnehmer, Beamte, Arbeitssuchende und bei Auszeit für die Kindererziehung. Ist nur ein Ehegatte zulagenberechtigt und zahlt in einen eigenen Vertrag oder die betriebliche Altersversorgung ein, kommt der andere Partner in den Genuss der Förderung und kann einen eigenen Vertrag abschließen. Rund 30 Mio. Bürger haben Anspruch auf Riester-Zuschüsse, bei den derzeit abgeschlossenen Verträgen von 6,2 Millionen noch ein enormes Wachstumspotential.

Die Förderung funktioniert wie beim Kindergeld: Berechtigte erhalten den Zuschuss und – je nach Einkommen – einen darüber hinausgehenden Betrag über die Steuerrechnung. Die Zulage beträgt derzeit 114 Euro und erreicht 2008 in der Endstufe 154 Euro jährlich. Pro Sohn oder Tochter gibt es eine Kinderzulage von 138 Euro. Die erhöht sich ab 2008 auf 185 Euro und soll zudem für dann geborenen Nachwuchs auf 300 Euro steigen. Die Zulagen werden direkt an das Sparinstitut überweisen und dem Anlagebetrag zugeschlagen. Im zweiten Schritt sind die Beiträge plus Zulagen bis zu 1.575 Euro als Sonderausgaben absetzbar.

Während der Laufzeit sammeln sich die Erträge inklusive Zulagen ohne Steuerbelastung an. Das ergibt einen zusätzlichen Zinseszinseffekt. Die regulären Auszahlungsbeträge sind im Alter in voller Höhe steuerpflichtig, bei dann zumeist geringerer Progression. Um den Produkten neuen Schwung zu verleihen, wurden die Auszahlungsmodalitäten vereinfacht. So können die Renten ohne Sanktionen in einem Jahresbetrag und bei Monatswerten unter 24,15 Euro sogar die gesamte Sparsumme auf einen Schlag ausbezahlt werden. Als weitere Option dürfen stets 30 Prozent des angesparten Guthabens sofort überwiesen werden. Das eröffnet im späteren Ruhestand flexible Gestaltungsmöglichkeiten.

Die Riester-Police ist für die Männer seit Jahresbeginn leicht teurer geworden, da die Versicherer Männer und Frauen trotz unterschiedlicher Lebenserwartung gleich behandeln müssen. Von diesen neuen Unisextarifen sind allerdings nur Rentenverträge betroffen, nicht jedoch Fonds- und Banksparpläne.
 

 
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