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Infodatenbank / Steuerlexikon

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Sparkasse
In Deutschland ist eine Sparkasse ein in seinen Geschäftsaktivitäten regional begrenztes Kreditinstitut ("Regionalprinzip". Die ersten deutschen Sparkassen wurden ursprünglich durch private Initiative gegründet, um ärmeren Bevölkerungsschichten die Möglichkeit zu eröffnen, langfristig eine sichere und verzinsliche Rücklage für die Bewältigung der Widrigkeiten des Lebens (Krankheit, Alter etc.) zu bilden. Das heutige Geschäftsmodell der Sparkassen sieht vor, eine Region möglichst umfassend mit allen Finanzprodukten zu versorgen: Zahlungsverkehr, Sparen, Kredite und Wertpapierdienstleistungen. Angeboten werden als Leistungen der Verbundpartner:

·Bausparen der Landesbausparkassen (LBS)
·Versicherungen der öffentlichen Versicherer (z. B. Provinzial, Sparkassen-Versicherung, ÖSA, ÖRAG, Versicherungskammer Bayern etc.)
·Fonds der DekaBank
·Produkte der LGS Leasing.

Insbesondere sehen sich Sparkassen als "Partner des Mittelstandes", das heißt im Firmenkundengeschäft als Banken, die sich nicht aus der Kreditfinanzierung kleiner und mittlerer Unternehmen zurückgezogen haben. Im Zusammenhang mit "Basel II" war in den letzten Jahren zu beobachten, dass hier die Großbanken dieses Geschäftsfeld wegen der im Verhältnis geringen Gewinnspanne bei erhöhtem Risiko eher zurückhaltend besetzt haben.

Insgesamt gesehen ist die Sparkassen-Finanzgruppe Marktführer in Deutschland in vielen Bankbereichen.

Die erste Sparkasse entstand 1749 in Salem. Weitere 1778 in Hamburg, 1786 in Oldenburg und 1796 in Kiel. Die Anzahl der Sparkassen stieg von da an rapide an (1836: 300 Sparkassen, 1860: ca. 1.200, 1913: ca. 3.100 Sparkassen). Die meisten davon entstanden als kommunale Institute, als erste beispielsweise die Sparkasse Göttingen (1801). In den 1920er Jahren erlebten die Sparkassen eine starke Modernisierungsphase, unter anderem weil sie den bargeldlosen Zahlungsverkehr aufnahmen (siehe Sparkassenreformer Johann Christian Eberle), ab 1918 ins Bauspargeschäft einstiegen und Versicherungen anboten. Weitere Meilensteine waren z. B. die Aufnahme des Konsumentenkredites mit seinen Vorformen ab 1952 sowie die zunehmende Automation des Zahlungsverkehrs ab den frühen 1970er Jahren.

Ab Mitte der 1990er Jahre begann eine erste Konsolidierung im Sparkassensektor. Durch betriebswirtschaftlich bedingte Fusionen nahm die Zahl der Sparkassen bis zum Ende des Jahres 2003 auf rund 490 ab (2002: 519). Dieser Trend wird sich voraussichtlich auch in der Zukunft fortsetzen, wenn unter veränderten rechtlichen Rahmenbedingungen (Abschaffung Gewährträgerhaftung, "Basel II" einzelne kleinere Sparkassen unter dem Gesichtspunkt der Rentabilität nicht sinnvoll weiterbetrieben werden können. Jedoch ist es den Mitbewerbern nach aktueller Rechtslage nicht möglich, eine Sparkasse feindlich zu übernehmen beziehungsweise dem Gewährträger einer Sparkasse (eine Stadt, ein Landkreis etc.) untersagt, die Sparkasse zu veräußern. Ein darauf abzielender Versuch der Stadt Stralsund scheiterte 2004 dadurch, dass die Landesregierung Mecklenburg-Vorpommerns ein Gesetz verabschiedete, welches auch den Verkauf aller Vermögensgegenstände einer Sparkasse an einen neuen Eigentümer verbietet und einer Zwangsfusion mit einer anderen Sparkasse den Vorrang einräumt.

Die deutschen Sparkassen publizieren seit 1974 für junge Sparkassenkunden (Kinder und Teenager) das kostenlose Sparkassen-Comic KNAX. Träger dieser Publikation ist der Deutsche Sparkassen Verlag.


 
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