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Tages- und Termingeldhandel
Der Tages- und Termingeldhandel ist ein Teilgebiet des Geldmarktes. Man versteht darunter unbesicherte Kredite bzw. Geldanlagen mit einer Laufzeit von einem Tag bis zu einem Jahr. Tages- und Termingeldhandel finden am Telefon statt. Marktteilnehmer sind institutionelle Anleger (Banken, Versicherungen, Fondsgesellschaften, große Unternehmen, aber auch staatliche Institutionen). Der Geldmarkt zählt zu den Finanzmärkten mit der höchsten Liquidität. Es sind sehr viele Marktteilnehmer am Tages- und Termingeldhandel beteiligt und es werden sehr große Volumina gehandelt.

Tages- und Termingeldgeschäfte unter Banken werden in aller Regel dadurch erfüllt, dass der Geldbetrag vom Zentralbankkonto des Geldgebers auf das Zentralbankkonto des Geldnehmers übertragen wird. Sind Industrie- oder Handelsunternehmen involviert, wird das Geld über das Zentralbankkonto der kontoführenden Bank geleitet.

Motivation der Teilnahme insbesondere am kurzfristigen Tagegeldhandel ist die Sicherstellung der Zahlungsfähigkeit. Weder Unternehmen noch Geschäftsbanken können exakt prognostizieren, wieviel Geld ihnen zur Abdeckung ihres Zahlungsverkehrs zur Verfügung stehen wird. Über den Tages- und Termingeldhandel wird der Ausgleich von Liquiditätsspitzen erzielt.

Beim Tagegeld unterscheidet man:

· Overnight-Geschäft, auch kurz Overnight genannt, bei dem zwischen den Kontrahenten für einem auf den nächsten Tag über Nacht verliehen wird. Das Geld wird noch am selben Tag dem Konto des Geldaufnehmers gut geschrieben und am nächsten Tag dem Geldgeber inklusive Zinsen zurückgezahlt. Um den damit verbundenen Zahlungsverkehr abwickeln zu können, werden Overnight-Geschäfte in der Regel nicht später als 14 Uhr getätigt.
· Tom/Next-Geschäft, wird mit T/N abgekürzt und in der Langform als Tomorrow-against-Next-Day bezeichnet. Die Geldhändler vereinbaren damit am heutigen Tag, daß der eine Kontrahent dem anderen von morgen bis übermorgen Geld zur Verfügung stellt. Am übernächsten Tag erhält der Geldgeber seinen Kapitalbetrag inklusive Zinsen zurück.
· Spot/Next-Geschäft ist in der Langform Spot-against-Next-Day. Geldnehmer und Geldgeber einigen sich über eine Geldleihe, die mit der eigentlich marktüblichen Valuta-Usance des übernächsten Tages an den Geldnehmer gezahlt wird und am darauffolgenden Werktag an den Geldleiher inklusive Zinsen zurückgezahlt wird.

Als Termingeld wird dagegen alles bezeichnet, bei dem der Geldnehmer den Betrag für mehr als einen Tag ausleiht. Geschäftsbeginn ist üblicherweise am übernächsten Tag (Marktusance). Die Rückzahlung erfolgt zum vereinbarten Termin inklusive Zinsen. Die Laufzeit ist nur in Ausnahmefällen länger als ein Jahr.

Eine Mischform zwischen Tages- und Termingeld stellt Geld bis auf weiteres, im Finanzmarkt als Geld b.a.w. bezeichnet. Dabei vereinbaren die Kontrahenten keinen festen Rückzahlungstermin, sondern prüfen jeden Tag telefonisch, ob die Vereinbarung bestehen bleibt, der Geldbetrag ganz oder teilweise zurückgezahlt wird oder ob die Verzinsung anzupassen wird.


 
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